Erdöl und seine Eigenschaften

 

 

 

 

 

 

Erdöl ist ein schmutzig aussehender Stoff, der abstoßend nach "Petroleum" riecht (griech. Petros, Stein, Felsen; lat. oleum, Öl), also nach "Steinöl". Erdöl ist in Wasser nicht löslich, sondern bildet eine Schicht, die auf dem Wasser schwimmt. Es brennt, wobei CO² und Wasser entstehen. Daraus folgt, dass Erdöl eine Verbindung aus Kohlenstoff und Wasserstoff ist (Kohlenwasserstoff).
Erdöl enthält insgesamt viele tausend verschiedene miteinander leicht mischbare Verbindungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erdöl (Rohöl):
Obwohl die einzelnen Bestandteile bei Zimmertemperatur verschiedene Aggregatzustände aufweisen, ist diese Mischung bei Temperaturen um 20° C normalerweise flüssig. Grund dafür ist, dass sich feste Bestandteile der Erdöls in den flüssigen Bestandteilen lösen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kohlenwasserstoffe, deren Moleküle aus Ketten mit weniger als 5 Kohlenstoffatomen bestehen, sind gasförmig, dann folgen flüssige Verbindungen mit mittellangen Molekülen und schließlich feste Substanzen wie Paraffin (Kerzenwachs), deren Moleküle sehr lange Ketten sind. Diese sind, wie die gasförmigen, in den flüssigen Kohlenwasserstoffen gelöst.
Typisch ist das Auftreten von aromatischen Verbindungen wie Benzol, Toluol und Xylol. Der Schwefelanteil kann bis zu 5 %, der von Stickstoff bis zu 2 % betragen.

Dass Erdöl ein Stoffgemisch ist, wird besonders deutlich, wenn man das Erdöl destilliert. Anders als beim Destillieren eines Reinstoffs (z.B. Wasser) beobachtet man keinen scharfen und konstanten Siedepunkt, sondern ein kontinuierliches Ansteigen der Dampftemperatur, also einen Siedebereich. Wird die Destillation bei unterschiedlichen Temperaturen unterbrochen, erhält man verschiedenen Fraktionen.
Je niedriger der Siedepunkt, desto klarer und farbloser ist das Öl. Mit steigendem Siedepunkt nimmt die Beweglichkeit der Flüssigkeit ab (steigende Viskosität). Je niedriger der Siedepunkt, desto leichter lässt sich die Fraktion entzünden.
Je höher der Siedebereich ist, desto dunkler ist die Flamme mit entsprechend höherer Russemission.
Diese verschiedenen Eigenschaften wie Siedebereich, Zündverhalten, Viskosität und Dichte sind wichtig für die technische Verwendung als Benzin, Kerosin, Dieselkraftstoff und Heizöl, Schmieröl, Vaseline, festes Paraffin und Bitumen für Isolieranstriche oder als Asphalt für Straßenbeläge.

Mit Erdöl und seiner Verarbeitung befasst sich ein besonderer Zweig der Chemie, die Petrochemie (oder neuerdings auch Petrolchemie genannt). Aus Erdöl werden nicht nur Brennstoffe gewonnen, sondern auch Grundchemikalien für die gesamte organische Chemie (Kunststoffe, Farben usw.).