Schornsteine

 

 

 

 

 

 

 

Schornsteine - sind die überhaupt noch erlaubt? Jeder Schornsteinfeger hat diese Frage schon einmal gehört. In Städten, in denen Fernheizung geliefert wird, ist ein Schornstein zur Beheizung nicht mehr erforderlich. Gleiches gilt für Gasthermen und Ölkessel, die ihre Abgase über Abgasleitungen ins Freie führen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das heißt aber nicht, dass Schornsteine im Haus verboten sind. Im Gegenteil - im Gegensatz zu anderen Heizsystemen, in denen fossile Brennstoffe verbrannt werden (das gilt auch für Fernheizungen), kann sich der Hauseigentümer unabhängig von der Zentralheizung sein Haus warm halten und mit der Verbrennung von Holz einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.
Im letzten Jahr entschieden sich allein in Schleswig-Holstein über 10.000 Haus- und Wohnungsbesitzer für die Nutzung eines Ofens oder Kamins. In vielen Fällen wurde dafür sogar die nachträgliche Errichtung eines Schornsteines in Kauf genommen. Nachfolgend erhalten Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie funktioniert ein Schornstein?
Wie sehen moderne Schornsteine aus?
Neubau ohne Schornstein?
Welcher Schornstein ist der richtige?
Muss ein Schornstein genehmigt werden?
Sie möchten den vorhandenen Schornstein wieder in Betrieb nehmen?
Sie möchten Ihren Schornstein stilllegen?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie funktioniert ein Schornstein?

Ein Schornstein muss "ziehen"! Er muss, fachlich ausgedrückt, den für die angeschlossene Feuerstätte notwendigen Unterdruck erzeugen, um die Rauchgase über Dach abzuführen. Der Motor für diese "Arbeit" ist die Wärme, die von der Feuerstätte in den Schornstein abgegeben wird. Heiße Gase sind leichter als die Umgebungsluft, es entsteht Auftrieb. Weitere Faktoren für die einwandfreie Funktion sind die Abgasmenge der Feuerstätte, die Höhe und Bauart des Schornsteines sowie sein Querschnitt. Die Funktion eines Schornsteines ist eng mit der Feuerstätte verknüft.
Schornsteine für moderne Öl- und Gasheizungen werden als "Abgasleitungen" bezeichnet. Diese Feuerstätten sind i.d.R. nicht mehr auf Unterdruck angewiesen, teilweise werden die Abgase sogar mit Überdruck über Dach abgeleitet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Übrigens: Der größte Schornstein der Welt befindet sich auf einer amerikanischen Kupfermine in Anaconda. Er ist 178 Meter hoch und hat an der Mündung einen Durchmesser von 18 Metern.Zum Vergleich: Der Schornstein der Flensburger Stadtwerke ist immerhin 140 Meter hoch und hat an der Mündung einen Durchmesser von ca. 8 Metern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stadtwerke Flensburg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie sehen moderne Schornsteine aus?

 

 

 

 

 

 

 

Moderne Schornsteine unterscheiden sich konstruktiv erheblich von gemauerten Schornsteinen, die noch bis ins späte zwanzigste Jahrhundert gebaut wurden. Heute werden fast ausschließlich sogenannte dreischalige Systemschornsteine verwendet. Die Abgase der Feuerstätten ziehen durch ein Innenrohr aus Keramik, das zusammen mit der Wärmedämmung (Mineralwolle) vom Mantelstein (Ziegelsplittbeton) umschlossen wird.
Durch die glatten Innenflächen und die hochwertige Wärmedämmung wird eine optimale Funktion (Auftrieb) sowie eine hohe Sicherheit für das Gebäude erreicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neubau ohne Schornstein?

Wer heute einen Neubau plant, sollte auf einen Schornstein nicht verzichten. Durch den Einbau eines Schornsteines sind Sie auch in Zukunft nicht von einem einzigen Energieträger abhängig. Nur mit einem Schornstein im Haus können Sie später ein behagliches Feuer im Ofen entfachen. Entscheiden Sie sich in der Planungsphase gegen den Einbau eines Schornsteines, können Sie ihn später oft nur mit großem Aufwand nachrüsten.
Viele Bauherren planen einen Schornstein heute ein, lassen den Ofenanschluß aber noch geschlossen. Auf diese Weise muss man später nur den Anschluß freilegen, um einen Ofen oder Kamin zu betreiben.

Ein Schornstein bringt viele Vorteile:

Zukunftssicherheit - Ersatz oder Wechsel des Energieträgers!
Flexibilität - Sie entscheiden, wie Sie künftig heizen möchten!
Krisensicherheit - Ein Ofen funktioniert auch ohne Strom!
Behaglichkeit - gemütliche Abende am knisternden Feuer!
Wertsteigerung - Der Wert einer Immobilie steigt mit einem Schornstein!
Zeitgeist - Sie können sich den ökologischen und ökonomischen Gegebenheiten anpassen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der linke Zug (Querschnitt z.B. 18 cm) ermöglicht den Betrieb von bis zu 3 Feuerstätten (z:B: Kaminöfen) im Haus. Er gewährleistet Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und gibt dem Hauseigentümer das beruhigende Gefühl, überproportional steigenden Heizungskosten gelassen entgegenzusehen. Der Lüftungszug (Mitte) kann später für Telefon-, Glasfaser- und Antennenkabel, Versorgungsleitungen, Solaranlagen, Zentralstaubsauger usw... genutzt werden. Verzichten Sie darauf, muss später im ganzen Haus gebohrt und gestemmt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Welcher Schornstein ist der richtige?

 

 

 

 

 

 

Feuerstätten für feste Brennstoffe benötigen einen Schornstein. Bei Neubauten wird heute üblicherweise ein dreischaliger Systemschornstein eingebaut. Der mehrschalige Aufbau (Keramikinnenrohr-Mineralwolledämmung-Ziegelsplittmantelstein) gewährleistet eine sichere Funktion für alle festen Brennstoffe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Montage dieser Schornsteine kann von einem geschickten "Heimwerker" selbst erledigt werden (vorherige Lektüre der Aufstellanleitung ist jedoch zwingend erforderlich). Die Formteile sind zwischen 33 und 50 cm lang und werden miteinander verklebt.
Bei bestehenden Häusern ist der nachträgliche Einbau eines Schornsteines innerhalb des Hauses oft schwierig oder zu aufwändig. Als Alternative bieten sich doppelwandige Edelstahlschornsteine an, die von außen an der Fassade angeschraubt werden.
Unser Tipp: Wenn Sie sich für einen Schornstein entschieden haben, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Schornsteinfeger. Er berät Sie neutral und kompetent.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doppelwandiger Edelstahlschornstein an der Fassade

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Muß ein Schornstein genehmigt werden?

Für die Funktion der geplanten Feuerstätte ist es wichtig, den Querschnitt des Schornsteines mit dem Schornsteinfeger abzustimmen. Der erforderliche Querschnitt ist abhängig von der Höhe, Lage und Bauart des Schornsteines sowie der Feuerstätte (Wärmeleistung, Größe der Feuerraumtür, Abgastemperatur usw.).
Der Schornsteinfeger prüft außerdem, ob baurechtlich erforderliche Abstände zu Grundstücksgrenzen und Fenstern eingehalten werden und ob zusätzliche brandschutztechnische Maßnahmen erforderlich sind (besonders wichtig bei Edelstahlschornsteinen).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei Neubauten wird der Antrag für die Errichtung eines Schornsteines ("Vordruck für Feuerungsanlagen, Anlage 6") vom Schornsteinfeger abgezeichnet und zusammen mit dem Bauantrag (bzw. mind. 10 Tage vor Baubeginn des Schornsteines) beim zuständigen Bauamt eingereicht.
In bestehenden Gebäuden wird die Errichtung eines Schornsteines ohne Beteiligung des Bauamtes abgewickelt. Aber auch hier gilt: den Antrag mind.10 Tage vor Baubeginn vom Schornsteinfeger abzeichnen lassen.
Der Schornsteinfeger prüft den Schornstein während der Rohbauphase und nach Fertigstellung und stellt Abnahmebescheinigungen aus. Die Bescheinigungen werden an die zuständige Bauaufsichtsbehörde weitergeleitet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie möchten den vorhandenen Schornstein wieder in Betrieb nehmen?

Sie besitzen ein Haus mit einem Schornstein, der wieder "reaktiviert" werden soll? Bevor Sie selbst Hand anlegen, fragen Sie Ihren zuständigen Schornsteinfeger! Er wird den Schornstein begutachten und Ihnen sagen, ob der Schornstein für den Betrieb einer Feuerstätte geeignet ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schornsteine, an denen früher einmal Einzelfeuerstätten angeschlossen waren, werden besonders genau unter die Lupe genommen. Oft sind alte Ofenanschlüsse nicht ordnungsgemäß vermauert oder nur übertapeziert. Die heißen Abgase eines Kaminofens (bis zu 400° C) oder ein Rußbrand im Schornstein setzen jedoch intakte Schornsteinwandungen voraus, um nicht zu einer Gefahr für das Gebäude zu werden. Im Zweifelsfall wird eine Schornsteinkamera eingesetzt, die evtl. vorhandene Schwachstellen aufdeckt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schornsteininspektion mit ferngesteuerter Kamera

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie möchten Ihren Schornstein stilllegen?

Ein Schornstein, der nicht mehr in Betrieb ist, sollte vor Regen geschützt werden. Besonders gemauerte Schornsteinköpfe neigen dazu, Wasser aufzunehmen und sich wie ein Docht bis unter die Dachhaut vollzusaugen. Ursache hierfür ist, dass der Schornstein von innen keine Wärme mehr erhält und durch vermauerte Anschlüsse keine natürliche Luftzirkulation mehr eine Austrocknung ermöglicht. Es gibt mehrere Möglichkeiten, einer Durchfeuchtung vorzubeugen:

1. Ersetzen Sie die untere Reinigungsöffnung durch ein Luftgitter oder installieren Sie eine Lüftungsöffnung, falls der Schornstein durch die Küche oder durchs Bad führt.
2. Versehen Sie den Schornstein mit einer Abdeckung, um die Mündung vor Regen zu schützen. Lassen Sie unbedingt einen Spalt für die Luftzirkulation offen (mind. 2 cm).
3. Lassen Sie den Schornsteinkopf verkleiden, um ihn vor Schlagregen zu schützen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die ersten beiden Maßnahmen lassen sich mit wenig Aufwand realisieren und sind i.d.R. ausreichend, wenn sich der Schornsteinkopf noch in gutem baulichen Zustand befindet. Falls Sie vorhaben, das Dachgeschoß bis in die Dachspitze auszubauen, empfiehlt sich die 3. Maßnahme.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Falls Sie Ihren Schornstein bis unter Dach abtragen wollen: Sorgen Sie dafür, dass weiterhin Luft im Schornstein zirkulieren kann. Schmeißen Sie keinesfalls die alten Mauerziegel in die Schornsteinzüge hinein. Manche Hausbesitzer mussten später viel Geld investieren, um diese Steine wieder herausholen zu lassen. Vielleicht möchten Sie (oder Ihr Nachfolger) den Schornstein später wieder nutzen. Ein nutzbarer Schornstein steigert den Wert eines Hauses, nicht nur hinsichtlich Feuerstätten: Denken Sie nur an die Versorgungsleitungen einer Solaranlage, Telefonleitungen, Glasfaserkabel, Heizungs- und Warmwasserversorgung, Zentralstaubsaugeranlagen usw.....