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Heizöllagerung

(alle Angaben ohne Gewähr)

In Deutschland werden über 6 Millionen Ölheizungen betrieben und somit ebenso viele Tankanlagen. Es gibt viele unterschiedliche  Varianten, so dass sich auch individuelle Wünsche verwirklichen lassen. Ein fachgerecht installierter Öltank ist in hohem Maße betriebssicher und  umweltgerecht. Nachfolgend finden Sie Antworten auf die am häufigsten  gestellten Fragen:

Welche baurechtlichen Anforderungen werden an die  Heizöllagerung gestellt?
Wann ist eine Auffangwanne erforderlich?
Welche Heizölmenge sollte man mindestens bevorraten?
Wann sollte man Heizöl einkaufen?
Welche Abstände zu Tankanlagen sind  vorgeschrieben?
Muß die Heizöllagerung angemeldet werden?
Sind Erdtanks sicher?
Wie oft werden Tankanlagen kontrolliert?
Wie oft muss ein Tank gereinigt werden?
Wie kälteempfindlich ist Öl?

Lässt sich der Ölstand Ihres Tanks schwer  kontrollieren?

 


Welche baurechtlichen Anforderungen werden an die Heizöllagerung  gestellt?

In NRW müssen Heizöllagerräume unter 5000 Liter mit den heute üblichen Tanks aus Kunststoff einem Feuer mindestens 30 Minuten Widerstand leisten. Entgegen allgemeiner Meinung, dass vom Heizöl die Brandgefahr ausgeht, ist es eigentlich genau  umgekehrt: Die geforderte Feuerwiderstandsdauer soll das Tanklager im Falle eines Gebäudebrandes so lange schützen, bis die Feuerwehr geeignete  Gegenmaßnahmen treffen kann. Ein schmelzender Tank läßt das Öl auslaufen und kann so einen erheblichen Umweltschaden erzeugen. Außerdem wirkt erhitztes Heizöl brandbeschleunigend.
Die geforderderte  Brandschutzklasse für den Lagerraum (F 30) wird bei Wänden und Decken aus Mauerziegeln, Gasbeton oder Beton automatisch erreicht. Bei Räumen, die  z.B. eine Holzdecke haben, reicht die fachgerechte Installation einer Decke aus Gipskartonplatten mit nachgewiesener Brandschutzklasse (Herstelleranweisung beachten!).
Türen vom Lagerraum ins Gebäude müssen ebenfalls der geforderten Brandschutzklasse entsprechen (selbstschließende FH-Tür T30), nach außen darf es dann auch eine Holztür sein.
Wenn mehr  als 5000 Liter Öl gelagert werden, gelten verschärfte Anforderungen an den  Brandschutz (F 90). Die Brennstofflagerräume müssen dann u.a. gelüftet und  von der Feuerwehr von außen beschäumt werden können. In keinem Fall sind Bodenabläufe ohne Heizölsperren zulässig.
Kein Platz im Haus? Dann lagern Sie Ihr Heizöl doch in der Wohnung: Bis zu 100 Liter im Behälter  und 40 Litern in Kanistern sind erlaubt. Oder Sie entscheiden sich doch lieber für einen
Erdtank.

 

Wann ist eine Auffangwanne erforderlich?
Eine Auffangwanne ist für die meisten Tanks  erforderlich (Kunststoff-Batterietanks). Sie verhindert im Schadenfall, dass Öl ins Erdreich oder in die Kanalisation eindringen kann. Das Volumen der Wanne muss dem maximalen Tankvolumen entsprechen, bei nicht miteinander verbundenen Batterietankanlagen genügt das Volumen des größten  Einzelbehälters.
Es gibt Tankanlagen, die ohne Auffangwanne betrieben werden dürfen. Die Eignung dieser Tanks muss vom Hersteller nachgewiesen  werden (Zulassung).

Lassen Sie sich die Zulassung vom Installateur aushändigen, wenn bei Ihnen eine solche Tankanlage installiert wird.
Eine Auffangwanne wird durch mehrlagigen Schutzanstrich mit dafür zugelassenen ölbeständigen Farben oder mit einer öldicht verschweißten  Kunststoffauskleidung hergestellt.Die Auffangwanne sollte von Zeit zu Zeit vom Anlagenbetreiber auf Schäden (z.B. Setzrisse) kontrolliert werden.  Festgestellte Mängel müssen sofort behoben werden.

Dieser doppelwandige Tank (innen mit einer  Kunststoffhülle versehen) kann ohne Auffangwanne aufgestellt werden und  ist leicht nachträglich aufzustellen (Haase-Tank).

 

Welche Heizölmenge sollte man mindestens bevorraten?

Der Heizölvorrat sollte möglichst für ein gutes  Jahr (15 Monate) reichen. Man hat so die Möglichkeit, den Zeitpunkt des Einkaufs zu variieren und ist nicht auf die (meist höheren) Winterpreise angewiesen. Moderne Tankanlagen bieten eine hohe Lagerfähigkeit auf  geringer Grundfläche (Batterietanks). Doppelwandige Tanks (mit entsprechender Zulassung) erfordern keine Auffangwannen oder Abmauerungen. Auch Erdtanks sparen Platz im Haus.
Bei Neubauten mit einer Wohnfläche von 130m²  reichen in der Regel 2000 Liter Ölvorrat aus. Mehr als 5000 Liter sollte man allerdings nicht lagern, da dann hohe baurechtliche Anforderungen an die Heizöllagerung gestellt werden.
Es ist immer ratsam, sich ein  "Heizölkonto" einzurichten, in das monatlich eine feste Summe eingezahlt wird. Dann reißt ein leerer Tank kein Loch in die  Haushaltskasse.

Dieses Bild kennt jeder Schornsteinfeger aus der Praxis: Bei manchen Kunden ist der Tank und auch die Kasse leer.  Einziger Ausweg: Das Öl in Kanistern beim Händler abholen. 10 Liter Öl lassen den Brenner für ca. 4 - 5 Stunden arbeiten.

 

Wann sollte man Heizöl einkaufen?

Leider gibt es keine feste Regel, wann die Preise im "Keller" sind. Allerdings ist in den letzten Jahren der Zeitraum  zwischen Anfang Juli und Ende August am vorteilhaftesten gewesen. Aber Vorsicht: schwankende Rohölpreise sowie der Dollarkurs können jede Regel außer Kraft setzen. Ein bisschen Pokern gehört also dazu.
Unser Tipp:  Schließen Sie sich mit Ihren Nachbarn zusammen, die ebenfalls mit Öl  heizen. Je größer die Abnahmemenge, umso mehr Preisnachlass ist  auszuhandeln. Rufen Sie mehrere Händler an und feilschen Sie um den Preis!

 

Welche Abstände zu Tankanlagen sind  vorgeschrieben?

Moderne Tankanlagen (z.B. Batterietanks) müssen einen Abstand von 40 cm an zwei zugänglichen, aneinander grenzenden  Seiten, zu den übrigen Seiten von 5 cm haben.
Der Abstand der  Tankanlage zur Decke des Aufstellraumes geht aus der Bauartzulassung des  Tanks hervor (üblich: 60 cm).
Zu Feuerstätten beträgt der  Mindestabstand 1 Meter, mit einem Strahlungsschutz (z.B. einer Abmauerung)  nur 0,5 Meter. Feuerstätten dürfen keinesfalls innerhalb der Auffangwanne  stehen. Bodenabläufe sind nicht zulässig, es sei denn, es ist ein Ölabscheider installiert.
Erdtanks müssen mind. 1 Meter von der  Grundstücksgrenze entfernt eingegraben werden.

So lieber nicht: Der Tank steht (wie die Feuerstätte) auf einer Palette und hält den vorgeschriebenen Abstand von 1m zur Feuerstätte nicht ein.

 

Muß die Heizöllagerung angemeldet  werden?

Die  Fachfirma, die eine Tankanlage mit mehr als 1000 Liter installiert, füllt einen baurechtlich eingeführten Vordruck (Anlage 10, Baubeschreibung / Antrag auf Baugenehmigung für Anlagen zur Lagerung wassergefährdender Stoffe mit mehr als 1 m³ Behälterinhalt) aus. Diesen Vordruck muss auch  der Bauherr unterschreiben. Er wird dann an die untere Wasserbehörde weitergeleitet (über die Stadt / Gemeinde).

 

Sind Erdtanks  sicher?

Erdtanks haben den unbestreitbaren Vorteil, dass sie keinen Platz im Haus beanspruchen. Moderne Tanks sind grundsätzlich doppelwandig ausgeführt und besitzen ein Leckanzeigegerät. Sollte die  innere Wand des Tanks schadhaft werden, wird ein Alarm ausgelöst.
Die  Funktion dieser Warngeräte sowie der Auslösemechanismus wird je nach  Bauartzulassung des Gerätes von Sachverständigen überwacht (i.d.R. alle 5  Jahre). Die Kosten für diese Prüfung halten sich in Grenzen (ca. 80 bis  120 €). Ältere (einwandige) Erdtanks müssen alle 5 Jahre eine Hauptprüfung  über sich ergehen lassen. Hierfür wird der Tank ausgepumpt und von innen inspiziert. Kosten: bis ca. 1000 € !!!

Falls Sie sich ein Haus mit Erdtank  kaufen, sollten Sie vorher unbedingt prüfen, ob der Tank zu den oben  beschriebenen "Geldfressern" gehört. Es gibt aber die Möglichkeit, diese Tanks mit einer "zweiten Innenhaut" zu versehen, die dann mit einem  Leckanzeigegerät ausgerüstet wird und danach nur noch der "kleinen"  Inspektion bedarf. Kosten für die Umrüstung: je nach Tankgröße zwischen 2000 und 3000 €. Ein derart ausgerüsteter Tank gilt als sehr sicher.

 

Wie oft werden Tankanlagen kontolliert?

Bei normalen Tankanlagen in Einfamilienhäusern (< 5000 Liter, außer Erdtanks) ist keine wiederkehrende Überwachung vorgeschrieben.
Die Fachunternehmererklärung zur Installation der Anlage ist hier  aureichend. Bei doppelwandigen Tankanlagen ohne bauseitige Auffangwanne, aber mit Leckanzeigegerät, ist der Umfang und Prüfturnus der  Bauartzulassung zu entnehmen (i.d.R. alle 5 Jahre). Im Zweifelsfall sollte  man einen Fachbetrieb oder den Hersteller fragen.
Die Überprüfung der  Funktion übernimmt dann ein Sachverständiger nach §22 VAwS. Wie bei der  KFZ-Prüfung ist auch bei Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen inzwischen mehr Freizügigkeit eingekehrt. Es gibt über 60 zugelassene  Sachverständigenorganisationen in Deutschland. Welche Sachverständigenorganisationen in Ihrem Bereich aktiv sind, erfahren Sie über die Landratsämter, bei kreisfreien Städten im Rathaus.

 

Wie oft muss ein Tank gereinigt  werden?

Im Heizöl sind Schwebstoffe enthalten, die sich im Laufe der Jahre am Tankboden absetzen können. Beim Betanken werden diese  Schwebstoffe aufgewirbelt und brauchen einige Zeit, um sich wieder zu  setzen. Man sollte mind. 2 Stunden abwarten , bevor die Heizung wieder in Betrieb genommen wird. Im Sommer kann man diese "Wartezeit"  wesentlich verlängern, ohne deshalb frieren zu müssen.
Der  Ansaugstutzen der Ölleitung endet ca. 5 cm oberhalb des Tankbodens, um  möglichst wenig Ölschlamm anzusaugen. Nach einigen Jahren kann dieser  Abstand aber nicht mehr ausreichen. Es bleiben nur zwei Alternativen:  Ansaugrohr anheben oder (besser) doch den Tank reinigen lassen.
Vor  allem Stahltanks, die außerhalb des beheizten Gebäudes (Schuppen, Garage) stehen, neigen zu Kondenswasserbildung (häufige Temperaturschwankungen). Wasser ist schwerer als Heizöl und setzt sich unten im Tank ab. Es kann  dort zu gefährlicher Korrosion führen. Viele Fachleute halten  Wasserablagerungen im Tank allerdings für wenig gefährlich, da das Heizöl dem Wasser durch einen chemischen Prozeß jeglichen Sauerstoff und damit  die Korrosionsfähigkeit entzieht.
Wer ganz sicher gehen will, lässt  eine Tankbeschichtung vornehmen und veranlasst die regelmäßige Reinigungen  der Tanks (mind. alle 10 Jahre). Wer seinen Tank beschichten läßt, sollte sich keinesfalls auf eine sogenannte Teilbeschichtung einlassen (nur der Tankboden wird versiegelt), da diese Beschichtung oft vom Öl unterwandert wird.
Unser Tipp: Es gibt  eine einfache Methode, Wasserablagerungen am Tankboden festzustellen: Bestreichen Sie einen Holzstab (Zollstock) an der Spitze mit Wassernachweispaste (gibt´s im Fachhandel) und lassen Sie ihn bis auf den  Tankboden herunter. Färbt sich die Paste, befindet sich Wasser im Tank.
Lassen Sie Ihren Tank nur reinigen, wenn es nötig ist. Bei Tankreinigungen kein Öl abpumpen, zwischenlagern und nach der Reinigung in den Tank zurückgeben. Besser: Den Tank erst reinigen lassen, wenn Sie ihn  "leergeheizt" haben. Bei der Reinigung auch die Ölleitungen zum Brenner spülen lassen. Den Restbestand entsorgen!

 

Wie kälteempfindlich ist Öl?

Heizöl sollte unbedingt frostfrei gelagert werden (DIN 4755). Kaltes Öl bildet Paraffin und führt zu Filter- und  Leitungsverstopfungen - immer an den kältesten Tagen des Jahres, an denen die Heizung am dringensten gebraucht wird. Gleichzeitig hat Ihr Heizungsbauer rund um die Uhr zu tun, da Sie nicht der einzige sind, den  es "kalt" erwischt hat (oder auch
"heiß?").
Beugen Sie also unbedingt vor, falls Sie einen Außentank haben. Sorgen Sie dafür, dass die Kälte (bei Erdtanks) nicht in den Domschacht kriechen kann (Mineralwolle). Achten Sie darauf, dass  keine ungedämmten Ölleitungen zwischen Tank und Heizraum geführt werden.  Fügen Sie Ihrem Heizöl vorsichtshalber Additive zu, die ein Ausflocken von  Parrafin verhindern.
Falls diese Maßnahmen nicht ausreichen, gibt es  noch sogenannte "Begleitheizungen". Die elektrischen Begleitheizbänder werden an der Ölleitung befestigt und dann zusammen mit der Rohrleitung  wärmegedämmt. Über einen Thermostaten können sie bedarfsgerecht automatisch betrieben werden. Oftmals ist es auch ausreichend, im  Ansaugbereich des Tanks eine Tankheizung zu installieren (ähnlich einem  Tauchsieder), die ebenfalls in Abhängigkeit von der Außentemperatur  automatisch betrieben werden kann.

 

Lässt sich der Ölstand Ihrer Tanks schwer  kontrollieren?

Bei Erdtanks ist es oft recht umständlich, mittels Peilstab den Ölstand zu erfassen. Gleiches gilt für ältere Batterietanks, die im Laufe der Zeit dunkel und undurchsichtig geworden  sind. Für beide Fälle hält der Fachhandel Lösungen parat:
Bei Erdtanks kann man einen elektronisch gesteuerten Drucksensor in den Tank  herablassen. Anhand des am Tankboden gemessenen (Öl)drucks kann das  mitgelieferte Anzeigegerät, das mit einem bis zu 50 m langen Kabel mit der Sonde verbunden ist, den Ölstand berechnen (Preis ca. 250 €).
Bei  undurchsichtigen Batterietanks hilft eine nachrüstbare Tankuhr, die von einem Fachmann installiert werden kann (etwa 50 €).

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